Smart Meter-Rollout perfekt planen

Die Digitalisierung der Energiewirtschaft schreitet seit mehreren Jahren voran. Das 2015 verabschiedete Messstellenbetriebsgesetz setzt indirekt auch zeitliche Grenzen für die Digitalisierung von bestehenden Zählermanagement-Prozessen wie der Zählerablesung oder dem Zählerwechsel. Mit der Einführung von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen ist eine digitale Bearbeitung dieser manuellen Wechsel- und Ableseprozesse unumgänglich. Auf welche konkreten Problemstellungen treffen Messtellenbetreiber und ihre Servicepartner mit der Einführung des Smart Metering und welchen zusätzlichen Nutzen bringt die Einführung eines Workforcemanagement Systems bei der Digitalisierung mit sich?

Smart Meter-Rollout mit dem richtigen Workforcemanagement steuern

Das Workforcemanagement System aures | energie bietet zeitgemäße und weitreichende Funktionalitäten an, mit denen die bestehenden Zählermanagement-Aufgaben nicht nur digitalisiert werden, sondern auch die Organisation des Außendienstes effizienter gestaltet wird. Zudem wird das Produkt aures | energie stetig weiterentwickelt und die Kunden haben die Möglichkeit von zukünftigen Funktionalitäten und neuen Features zu profitieren. Dies betrifft auch die sogenannte „neue Welt“ des Smart-Metering, der sich die Entwicklungsabteilung der reisewitz OHG bereits angenommen hat.

Was muss ein Workforcemanagement System für „die neue Welt“ mitbringen?

Um sich diese Frage selbst zu beantworten hat reisewitz bereits zwei zukünftige Gateway-Administratoren als Partner gewinnen können, mit denen gemeinsam die bestehende Außendienststeuerung auf die Smart Meter Prozesse angepasst werden. Aus dieser gemeinsamen Analyse sind Themenschwerpunkte entstanden, die ein Workforcemanagement System mitbringen sollte, um in Deutschland und in ganz Europa für den Smart Meter Rollout gefestigt zu sein. Überraschenderweise befinden sich die meisten dieser Funktionalitäten bereits bei zahlreichen Kunden von reisewitz im produktiven Einsatz.

Infoanschreiben über das Workforcemanagement System erstellen

Zunächst muss ein Messtellenbetreiber oder deren Dienstleister den Endkunden darüber informieren, dass bald ein Wechsel des Zählers auf eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem erfolgt. Dieses Infoanschreiben muss mindestens drei Monate vor Ausführung des Wechsels beim Kunden einlangen. aures | energie bietet die Möglichkeit diese Kundenanschreiben unter Verwendung einer Anschreibenvorlage zu erstellen und diese automatisiert einem Drucker oder einem Onlinedruckdienst zuzusenden.

Terminanschreiben für Kunden generieren lassen

Neben dem Infoanschreiben für die Endkunden muss der tatsächliche Wechseltermin ebenfalls als Kundenanschreiben vorangekündigt werden. Auf Basis des Dispositionsergebnisses und der errechneten Planzeit der Ausführung, erstellt aures | energie manuell oder automatisiert auch die Terminanschreiben mit entsprechend generierten Terminzeitfenstern für die Endkunden.

Auf Kundenwunsch Termine umbuchen

Wenn die Terminanschreiben an die Endkunden ausgesendet wurden, muss man mit Kundenrückmeldungen rechnen, die ihre vorgeschlagenen Termine nicht wahrnehmen können. Hierfür bietet aures | energie einen Termingenerator der jegliche Terminänderungen, die durch den Kunden oder die eigene Organisation gewünscht werden, voll automatisch mit Ersatzterminvorschlägen umplant. Der Termingenerator kann für Servicemitarbeiter direkt aus der aures | energie Oberfläche bedient werden oder aber auch als Webservice in eine Kunden-Webseite als Webportal integriert werden, in dem sich die Endkunden selbst anmelden und nach einer vorgegebenen Strategie selbst die Terminumbuchung vornehmen kann. Das bestehende Dispositionsergebnis und die zur Verfügung stehenden Mitarbeiterressourcen werden hierbei immer zeitaktuell und live berücksichtigt.

Lagerverwaltung von Gateways und Zählern

aures | energie biete eine vollumfängliche Lagerverwaltung von zählenden und nicht zählenden Geräten an. Die Verwendung dieses Moduls ist optional und beinhaltet auch die Verwaltung von Gateways. So können Geräte zwischen verschiedenen Lagerorten verschoben oder auch auf Monteurlager bzw. Fahrzeuglager gebucht werden. Insofern es notwendig sein sollte, Zähler und Gateways bereits vorher zu einem Geräte-Bündel zusammen zu fassen, so kann auch dies über die aures | energie Lagerverwaltung abgebildet werden. Ausgebaute Geräte werden ebenfalls erfasst und können über die individuellen Lagerstrukturen zurückgegeben werden. Die Lagerorte der jeweiligen Geräte sind somit jederzeit auswertbar und eine Nachverfolgung der Geräte ist gegeben.

Dokumentation der Vor-Ort-Tätigkeiten

Wann immer ein intelligentes Messystem installiert wird, muss auch dokumentiert werden, welche Tätigkeiten tatsächlich durchgeführt wurden. Neben individuellen Fragenkatalogen, die den Monteur geführt durch seine Dokumentation leiten (z.B. Anlagenkontrolle, Hausanschlussprüfung oder die Erfassung eines Leistungsverzeichnisses) müssen auch die Informationen über die gemeinsam verbauten Geräte erfasst und rückgemeldet werden. Auch vor Ort können Zähler und Gateways miteinander verknüpft werden, sodass die eindeutige Zusammengehörigkeit dokumentiert ist.

Betriebsführungstätigkeiten steuern

Wenn die intelligenten Messsysteme sich bereits im Betrieb befinden, wird es zwangsläufig zu neuen Vor-Ort-Tätigkeiten kommen. Neben Störaufträgen und Anlagenüberprüfungen werden reine Wechsel von Zählern und oder Gateways erforderlich sein. Denkbar und von Reisewitz in Planung ist auch eine Anbindung an die jeweiligen Gateway-Administrations-Systeme um z.B. vollzogene Wechsel in Verbindungen zwischen Gateways und Zählern zu bestätigen oder um bei einem Ausbau / Demontage der modernen/intelligenten Messeinrichtung eine vorzeitige Endablesung durch das Gateway-Administrations-System durchführen zu lassen.

Ressourcenknappheit – effizientere Auslastung / Planung der Mitarbeiter

Die aktuell bestehende Knappheit an qualifizierten Monteuren ist keine Auswirkung des neuen Messtellenbetriebsgesetzes aber dennoch ist sie allgegenwärtig und für die Zukunft nicht zu vernachlässigen. Bei Energieversorgern schrumpfen die Zahlen von Außendienstmitarbeitern aufgrund von Pensionierungen und Einsparungen am Personal und die externen Servicedienstleister haben Mühe neues Personal zu akquirieren, da der Stellenmarkt leer gefegt scheint. Nahezu jedes Unternehmen in der kommunalen Energiewirtschaft ist gezwungen, mit seinem aktuellen Mitarbeiterstamm effizienter zu arbeiten. aures | energie bietet die Möglichkeit einer effizienteren Außendienstplanung, in dem es in der betrieblichen Planung und in der Disposition unterstützt. Neben der weiterhin möglichen manuellen Disposition mit Kartenunterstützung erstellt aures | energie mit Hilfe einer automatisierten Disposition und Routenbildung, unter Berücksichtigung von Sollzeiten, Terminen, Mitarbeitereignungen und geografischen Begebenheiten, für jeden Außendienstmitarbeiter seine bestmögliche Tagestour. Das Besondere ist der aures | energie Optimierungskern, der auf die Belange von Energieversorgungsunternehmen abgestimmt ist. Dazu werden z.B. jegliche neue Terminbuchungen, Terminänderungen und Auftragsstornos automatisch umgeplant. Stornierte Termine werden durch andere Aufträge bei der Optimierung ersetzt, so dass der Mitarbeiter vor Ort den kürzesten Weg zurücklegen muss. Auf diese Weise sorgt das System vollautomatisch für betriebswirtschaftlich sinnvolle Touren und damit einen optimierten Einsatz des Außendienstes.

Zusätzlich verfügt aures | energie über sogenannte Mitarbeiterauftragspools, aus denen sich ein Mitarbeiter vor Ort bedienen kann, wenn ihm die Aufträge ausgehen oder er aufgrund von Termineinhaltungen erst später zu seinem nächsten Auftrag fahren kann. In diesem Fall kann der Mitarbeiter seinen aktuellen Standort einmessen und sich auf einer Karte die nächstgelegenen Poolaufträge anzeigen lassen. Mit diesen unterstützenden Maßnahmen soll gewährleistet werden, dass den Außendienstmitarbeitern der Arbeitsvorrat nicht ausgeht und sie stets effizient arbeiten können.

Pionierarbeit in Österreich

Die reisewitz OHG konnte in Österreich bereits vor der Smart Meter Einführung einen Großteil der dort wirkenden Energieversorger gewinnen und so zusammen mit aures | energie die Pionierarbeit der Österreicher unterstützen. Ende 2010 beschlossen die Österreicher die Novelle des Energiewirtschafts- und Organisationsgesetzes, die entsprechende Rahmenbedingungen über eine österreichweite Einführung von Smart Metering enthält. Die Umsetzung dieser Vorgaben fordert die Einführung von intelligenten Messsystemen für alle Verbraucher. Mindestens 80 % aller Stromkunden müssen bis spätestens 2020 einen Smart Meter erhalten. In Österreich ist gleichsam wie in Deutschland viel Zeit verstrichen, bis man die technischen Rahmenbedingungen der zukünftigen Smart Meter Zähler und die entsprechend geforderten Funktionalitäten definiert hat. Während in Deutschland das gesetzte Ziel bis 2032 erreicht werden muss, wurde in Österreich eine deutlich kürze Frist gesetzt. Somit stehen die dortigen Messtellenbetreiber vor der Herausforderung, einen Massenrollout-Wechsel von 80% ihrer gesamten Stromzähler innerhalb von nur zwei Jahren zu realisieren. Die eingesetzte Technik der intelligenten Messsysteme unterscheidet sich von der in Deutschland gewählten Variante. Während in Deutschland der reine Zähler nicht kommunikativ ist, sondern als übertragendes und zentrales Medium an ein Gateway angeschlossen ist, beinhaltet ein Smart Meter Zähler in Österreich ebenfalls ein Kommunikationsmodul. Hier besteht die Auswahl zwischen Powerline- oder Mobilfunk-Kommunikationsmodulen. Zudem ist es möglich die Zähler über eine Infrarotschnittelle auszulesen oder zu parametrieren.

Somit musste sich reisewitz mit zwei essentiellen Themengebieten befassen, um den Rollout in Österreich zu unterstützen. Die Planung und Disposition des Massenrollouts und die mobile Vor-Ort-Bearbeitung der Wechselaufträge, inklusive Einhaltung aller Sicherheitskonzepte und der Parametrierung von Smart Meter Zählern.

Für die Planung und die Disposition der Rolloutaufträge wird von allen Kunden in Österreich die automatische Disposition samt Termingenerator eingesetzt. Ebenfalls werden Kundenanschreiben und Terminumbuchungen mit aures | energie durchgeführt. Zusätzlich bieten österreichische Energieversorger ihren Endkunden die selbstständige Terminumbuchung mittels eines Kundenwebportals an, das wiederum den Termingenerator von aures | energie verwendet.

Zusätzlich wurde innerhalb von aures | energie ein weiteres Planungsmodul entwickelt, das die konkrete Planung von Tür-zu-Tür Touren ermöglicht, um das Rolloutgebiet straßenzugsweise mit einer Rolloutmannschaft abarbeiten zu können. Somit stehen mit aures | energie gleich zwei alternative Strategien in der Rolloutplanung zur Verfügung. Eine geografisch optimierte Strategie, die jeden Mitarbeiter einzeln betrachtet und kurzfristige Terminänderungen optimal im Sinne der kürzesten Tour einplant oder die straßenzugsweise Verplanung, die es einem Montageteam ermöglicht wie Heuschrecken durch ein zusammenhängendes Gebiet zu schreiten.

Um den Smart Meter Wechsel vor Ort zu realisieren, sind in Österreich entsprechende Sicherheitskonzepte und Verschlüsselungsverfahren anzuwenden. So kann jeder Smart Meter Zähler nur dann über eine Infrarotschnittstelle angesprochen und installiert werden, wenn der Außendienstmitarbeiter den individuellen und mehrfach verschlüsselten Zählerschlüssel digital mit sich führt. Diese Zählerschlüssel werden über eine gesicherte Verbindung beim zentralen Zählerdatenmanagement System angefragt und werden von dort als individuell verschlüsselt ausgegeben. Zudem fungiert aures | energie in Österreich als Backup-System für die Betriebsführung von installierten Smart Meter Zählern. Insofern eine Kommunikation mit dem Zähler technisch nicht oder nicht mehr möglich ist, können mit der mobilen Applikation von aures | energie alle notwendigen Vor-Ort-Maßnahmen die den Zähler betreffen durchgeführt werden.